Klare Parolenfassungen: Zweimal deutlich NEIN, zweimal JA

Die Mitglieder der FDP Thurgau erteilten den beiden Agrar-Initiativen an ihrer Mitgliederversammlung in Tänikon eine deutliche Abfuhr. Der Gegenvorschlag Velowege erhielt eine Zweidrittel-Zustimmung. Praktisch einstimmig fassten die 65 anwesenden Mitglieder die JA-Parole zur kantonalen Vorlage «Darlehen an den Neubau des Ostschweizer Kinderspitals». Derweil Daniel Borner neu in die Parteileitung gewählt wurde, sind der scheidende Fraktionspräsident Carlo Parolari und der zurückgetretene Präsident der Jungfreisinnigen, Lukas Weinhappl, mit grossem Lob und anhaltendem Applaus verabschiedet worden.

Kantonsrätin Cornelia Zecchinel aus Kreuzlingen erläuterte den «Gegenentwurf Initiative über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege» und erklärte den 65 anwesenden Mitgliedern, wie der Bund die Kantone bei den Velowegen künftig unterstützen und damit die gleichen Vorzeichen wie bei den Fuss- und Wanderwegen schaffen möchte. Die Thurgauer Freisinnigen unterstützen die Gleichbehandlung und fassten mit 44 zu 21 Stimmen die Ja-Parole. Nach einer kurzen Einführung der beiden Agrar-Initiativen von Cornelia Zecchinel legten SP-Kantonsrätin Barbara Müller aus Ettenhausen und FDP-Nationalrat Hansjörg Brunner aus Wallenwil die Gründe für respektive gegen die beiden Vorlagen dar. Derweil sich Barbara Müller für eine staatliche Einmischung stark machte, sieht Hansjörg Brunner bei einer Zustimmung gravierende Folgen. «Die beiden Agrar-Initiativen fördern den Agrarprotektionismus sowie staatliche Regulierungen und führen zu steigenden Preisen und weniger Auswahl für die Konsumenten.» Der Umsatz mit Fair-Trade-Produkten habe sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. «Und dies ganz ohne unnötigen Zwang.» Diese Fortschritte würden durch die Annahme der beiden Initiativen zerstört, warnte Hansjörg Brunner. Die Anwesenden folgten den Empfehlungen ihres Nationalrates und sprachen sich mit 59-Nein zu 5-Ja-Stimmen sowohl klar gegen die Fair-Food-Initiative wie mit 59-Nein zu 3-Ja-Stimmen auch überaus deutlich gegen die Volksinitiative für «Ernährungssouveränität» aus. Kantonsrat Andreas Opprecht informierte über die kantonale Vorlage «Darlehen an den Neubau des Ostschweizer Kinderspitals von 25.146 Millionen Franken». Die Anwesenden erteilten dem auch im Grossen Rat unumstrittenen Geschäft nahezu die ungeteilte Zustimmung.

Daniel Borner in der Parteileitung

Der Weinfelder Daniel Borner wurde einstimmig als neues Mitglied der Parteileitung gewählt. Parteipräsident David H. Bon würdigte die sehr hohen Verdienste des scheidenden Fraktionspräsidenten, Carlo Parolari. Der Frauenfelder, der in- und ausserhalb der Partei ein sehr hohes Ansehen geniesst, wird per Ende August aus dem Kantonsrat und der Parteileitung austreten und neu als Verwaltungsratspräsident der Thurmed AG wirken. Ebenfalls nicht mehr der Parteileitung angehören wird Lukas Weinhappl. Der Hinterthurgauer hat den Führungsstab der Jungfreisinnigen an Nazmije Ismaili übergeben, welche aufgrund ihrer Funktion von Amtes wegen der Parteileitung angehören wird. In seiner neuen Funktion als Fraktionspräsident wird Anders Stokholm wieder in der Parteileitung der FDP Thurgau Einsitz nehmen. Stokholm war in den Jahren 2006 bis 2010 bereits Vizepräsident. Die an der Mitgliederversammlung vorgestellten neuen Delegierten und Ersatzdelegierten Silke Sutter Heer, Martina Stäheli und Raphael Heer werden die FDP TG zusammen mit den Bisherigen an den Delegiertenversammlungen der FDP Schweiz vertreten. Der spannende Kurzvortrag «Aus Bern» verdeutlichte, wie der Alltag eines Nationalrates während Sessionen aussieht, aber auch mit welcher Leidenschaft Hansjörg Brunner die FDP-Farben im eidgenössischen Parlament vertritt.

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Das Interesse an den digitalen Fortschritten in der Landwirtschaft ist gross. Regierungsrat Walter Schönholzer, Christian Eggenberger, Leiter Versuchsbetrieb und Florian Abt, Projektleiter erklärten anlässlich der Mitgliederversammlung der FDP TG in Tänikon, wie die Landwirtschaft von den neuen Technologien profitieren kann und wie wichtig die «Swiss Future Farm» für den Fortschritt ist. Im innovativen Praxisprojekt arbeiten die öffentliche Hand und die Industrie Hand in Hand am Bauernhof der Zukunft. Das Ziel: praktikable Lösungen für die Landwirte. Die Swiss Future Farm ist eine sogenannte Private-Public-Partnership, an welcher einerseits das kantonseigene Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg und andererseits zwei führende Unternehmen aus der Landmaschinenindustrie beteiligt sind. Die «Swiss Future Farm» am Agroscope-Standort Tänikon soll ein europaweit einzigartiger Anschauungsbetrieb für Smart-Farming-Technologien werden.

Die Resultate:

Eidgenössische Abstimmungsvorlagen

Resultat «Gegenentwurf Initiative über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege»

JA: 44 NEIN: 21

Resultat «Fair-Food-Initiative»

JA: 5 NEIN: 59 Enthaltungen: 1

Resultat «Volksinitiative für Ernährungssouveränität»

JA: 3 NEIN: 59 Enthaltungen: 3

Kantonale Abstimmungsvorlage

«Darlehen an den Neubau des Ostschweizer Kinderspitals 25.146 Mio. Franken»

JA: 63 NEIN: 2

 

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